Pflanzenarten
Theoretisch sind alle Pflanzen für Hydrokultur geeignet. Denn Pflanzen benötigen kein Erdsubstrat, auch keinen Humus, sondern lediglich Wasser, lösliche Nährstoffe und Sauerstoff im Wurzelbereich. So lassen sich in Hydrokultur Kakteen und andere Sukkulenten ebenso kultivieren, wie Orchideen, tropische Blattpflanzen, Farne, Blütenpflanzen. Das handelsübliche Hydrokultursortiment umfasst allerdings nicht alle Pflanzen.
Dracaena-Palme – Ich habe zwei von einander getrennte Hydrogpflanzungen mit jeweils mehreren Pflanzen. Beide Pflanzungen werden immer gleich gegossen und gedüngt, stehen auch mit gleicher Belichtung. Bei der einen Pflanzung bekommt die Dracaena-Palme an den frischen Blättern zuerst in der Blattmitte einen braunen Punkt. Außenherum wird das Blatt gelb. Beides wird größer und das Blatt vertrocknet ganz. Die alten Blätter bleiben gesund. Was muss ich ändern?
Bei den Dracaenen gibt es die sog. Schokoladenfleckigkeit. Leider ist bis heute nicht bekannt, welche Ursachen letztlich zur Entstehung dieser Krankheit führen. Sehr sicher kann man lediglich irgendwelche Krankheitserreger ausschließen. Vermutet werden u. a.: niedrige Luftfeuchte, hohe Einstrahlung, hoher Salzgehalt im Substrat bzw. der Nährlösung. Von den Pflegefirmen wird immer wieder berichtet, dass solche Blattflecken oft bei zu engem Wurzelraum auftreten. Die erstgenannten Faktoren sollten Sie überprüfen und vorsichtshalber eine "Spülung" vornehmen (Nährlösung absaugen, Wasser zugeben und erneut absaugen, evtl. mehrmals wiederholen). "Zu enger Wurzelraum" bedeutet oft, dass der ursprüngliche Kulturtopf aus Plastik beim Einpflanzen in das Hydrogefäß nicht entfernt wurde. Auch das können Sie prüfen und ggf. für Abhilfe sorgen (z. B. den Plastiktopf einfach aufschneiden ohne die Pflanze aus dem Gefäß zu nehmen). Unterstützend kann man, sofern möglich, die Pflanzen auch zurückschneiden. Der Neuaustrieb ist meist in Ordnung.
Farne – Ich möchte Farne in Hydrokultur wachsen lassen. Leider habe ich damit wenig Erfolg: Sie gehen mir oft ein. Was kann ich tun, welche besonderen Anforderungen haben Farne ?
Grundsätzlich lassen sich auch Farne in Hydrokultur, also in Blähton kultivieren. Mein Eindruck ist allerdings, dass sie vergleichsweise empfindlich auf zu hohen Wasserstand reagieren. Deshalb streng beachten, dass der Wasserstand sicher auf Null abgesunken ist und dann noch einige Tage warten bis zum Nachfüllen.
Fußbodenheizung – Welche Pflanzen kann man am besten in Hydrokultur, (und wie) in Verbindung mit Fußbodenheizung benutzen?
Grundsätzlich lässt sich jede Pflanze aus dem Hydrosortiment einsetzen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Bei der Fußbodenheizung sollte die direkte Wärmeübertragung vom Fußboden über das Gefäß zur Nährlösung verhindert werden; beispielsweise durch Einbau von Rollen oder durch Unterlegen einer wärmedämmenden Scheibe (Styropor, Kork o. Ä.). Wird der Wärmeübergang nicht unterbrochen, kann es zu einer starken Erwärmung der Nährlösung und in der Folge zu Sauerstoffmangel sowie einer verstärkten Verdunstung kommen. Letzteres fördert die Anreicherung von Salzen in der Wurzelzone.
Grünlilie – Vor einiger Zeit habe ich den Ableger einer Grünlilie direkt in Hydrokultur eingepflanzt. Die Pflanze ist prächtig gediehen und war wunderschön. Leider lässt sie jetzt die Blätter hängen, weil der untere Teil der Wurzeln völlig verfault ist und lediglich die oberen 1,5 cm intakt sind. Können Sie mir mitteilen, ob ich etwas falsch gemacht habe? Oder inwieweit sich die Grünlilie tatsächlich für Hydrokultur eignet?
Das Symptom, das Sie schildern, deutet sehr stark auf einen Schaden infolge Vernässung hin. Haben Sie darauf geachtet, dass Wasser erst nachgefüllt wurde, wenn der Wasserstand mit Sicherheit auf Null abgesunken war? Wurde nicht höher als auf Optimum aufgefüllt? Sollten Sie beides beachtet haben, kommt noch eine Wurzelkrankheit in Betracht. In diesem Fall lohnt es sich nicht die befallenen Pflanzen retten zu wollen.
Kaffeebaum – Ich habe seit ca. 3 Jahren zwei Kaffeebäume zusammen in einer Hydrokultur. Sie sind bisher bis auf eine Höhe von ca. 80 cm gewachsen. Seit kurzem hängen bei einem die Blätter. Ich kann aber keinen Schädlingsbefall feststellen. Können Sie mir sagen, was los ist ? Fehlt etwas im Dünger – ich verwende Flüssigdünger für Hydrokulturen.
Mein Eindruck ist, dass bei der einen betroffenen Pflanze das Wurzelsystem massiv geschädigt ist und die Welke verursacht. Wenn Sie die Pflanzen austopfen, werden Sie dies möglicherweise bestätigt finden. Die Ursache für einen derartigen Schaden ist meist Sauerstoffmangel infolge zu nasser Kultur. Es kann durchaus geschehen, dass davon die eine Pflanze stärker betroffen war, als die andere. Durch einen Ernährungsfehler kann derartiges nur infolge starker Überdüngung verursacht werden. Sollte sich meine Vermutung bestätigen, sollten Sie die nächsten Wochen mit der Bewässerung vorsichtig sein, damit die abgestorbenen Wurzeln mineralisiert werden. Leicht zersetzbare organische Masse trägt zu einer starken Sauerstoff-Zehrung bei.
Kenia-Palme – Ich habe eine Kentia-Palme (lat. Howei) gekauft, Größe ca 1,80 m. Leider habe ich keine Info über Pflege, ph-Wert und den Dünger gefunden. Es wäre nett, wenn Sie mir eine Auskunft über diese Palme zukommen lassen.
Wählen Sie bitte die Suchmaschine von Yahoo an und geben als Suchbegriff "Howeia" oder "Kenia" an und Sie werden etliche Adressen mit Pflanzenportraits zu dieser Palmenart finden. Viel Spaß beim Surfen.
Oleander – Warum blüht mein Oleander nicht? Er steht im Winter im Raum und ab April/Mai im Freien in der Sonne. Wie kann ich Triebe von dieser Pflanze ziehen?
Möglicherweise liegt Ihr Problem daran, dass sie die Pflanzen zurückschneiden. Die Blüten werden nämlich nur an zweijährigen Trieben angesetzt. Oleander lassen sich leicht durch Kopfstecklinge vermehren. Die Bewurzelung kann eingestellt in Wasser erfolgen.
Teepflanze – Kann man Teepflanzen in Hydrokultur kultivieren?Sollte man für diese Pflanzen weiches oder hartes Wasser benutzen?
Jede Pflanze kann man in "Hydrokultur" kultivieren, also auch Tee (Camellia sinensis). Teepflanzen benötigen einen niedrigen pH-Wert zwischen 4,5–5,5. Dies erreicht man durch Gießen mit relativ weichem Wasser und ausreichendem Ammonium-Anteil im Düngemittel. Regenwasser pur ist auf Dauer allerdings nur geeignet, wenn ausreichende Mengen Calzium gedüngt werden.
Zitronenbaum – Eignet sich ein Zitronenbaum für Hydrokultur? Ich habe vor, einen Ableger unseres Zitronenbaums in Hydro zu ziehen und diesen dann in Hydro zu halten. Auf was ist speziell zu achten?
Ein Citrus lässt sich leider nicht so einfach über Stecklinge vermehren. Die Wurzelbildung verläuft, falls überhaupt, sehr langsam. Im Buch "Topfpflanzen" von Röber u. a. aus dem Ulmer-Verlag findet sich folgender Hinweis zur vegetativen Vermehrung mittels Stecklingen: "Im Bereich des Knotens wird durch das ausgereifte Holz ein schräger Längsschnitt gemacht, man behandelt die Schnittfläche mit einem Bewurzelungsmittel und steckt sie in 5 cm Töpfe. Bei einer Boden- und Lufttemperatur von 35 ?C und einer Luftfeuchtigkeit von 80-90 % beträgt die Bewurzelungsdauer 4-6 Wochen." Ich empfehle als Vermehrungssubstrat entweder Seramis oder Perlite.
Zimmerbrunnen – Ich habe einen Hydrokultur-Lavastein-Zimmerbrunnen und möchte gern Pflanzen erwerben, die am/auf dem Stein wachsen können. Welche Pflanzen sind besonders dafür geeignet, da das Wasser über den Stein läuft und somit die Pflanze ständig mit Wasser benetzt wird?
Ich bin der Meinung , dass man die Versorgung der Pflanzen vom Brunnenkreislauf zu trennen. Denn: 1. Die Pflanze benötigt Nährstoffe. Wenn diese dem Brunnenwasser zugefügt werden, kommt es zu einer sehr schnellen Veralgung mit entsprechenden Folgen. Andererseits habe ich wiederholt Brunnen gesehen, und hier besonders solche mit Lavasteinen, die dadurch natürlicher aussahen, wenn sie teilweise mit Algen überzogen waren. Solche Brunnen waren mit kleinwachsenden Farnen bestückt, aber auch mit kleinen Ficus benjamina. 2. Ein weiterer Grund ist die erwünschte hohe Verdunstungsrate des Brunnens. Dabei wird nur das Wasser verdunstet. Im Gießwasser enthaltene Salze und gegebenenfalls nun auch Nährstoffe bleiben zurück und reichern sich an. Auf keinen Fall sollte mit Ionenaustauscherdüngern gearbeitet werden, weildann eine sehr schnelle Nährstofffreisetzung erfolgt.